Semesterticket


Bisher ist der Studierendenausweis gleichzeitig das Semesterticket. Dies ändert sich nun zum Wintersemester 2019/20 mit der Einführung des Semesterticket Schleswig-Holstein (landesweites Semesterticket). Von da an müsst ihr euch das Ticket online selbst bestellen; dies ist voraussichtlich ab September möglich. Geht dazu auf www.nah.sh/semesterticket, füllt das Online-Formular aus und wählt zwischen Handy- und Papierticket. Im Laufe des Vorgangs müsst ihr euch einmal mit eurem IDM-Account einloggen, den ihr z.B. auch fürs Moodle benötigt. Für die Bestellung muss ein persönliches Lichtbild hochgeladen werden; achtet dabei gut darauf, dass ihr das richtige Bild auswählt. Daraufhin wird der Antrag überprüft und euch das Ticket zugeschickt: Beim Handyticket erhaltet ihr einen Code an eure Uni-Mail-Adresse, mit dem ihr das Ticket in die NAH.SH-App laden könnt; habt ihr euch fürs Papierticket entschieden, kommt dieses per Post an die dazu angegebene Versandadresse.

Beachtet bei der Entscheidung über die Ticketart, dass ihr während des Semesters das Ticket nicht umwandeln könnt und bei Verlust ein neues beantragen müsst. Dies ist beim Handyticket ziemlich unproblematisch: Falls ihr euer Handy wechselt und das alte noch habt, könnt ihr dort in der App das Ticket entfernen und anschließend mit dem bei der Bestellung erhalteten Code im neuen Handy hinzufügen. Solltet ihr euer Handy verloren haben, müsst ihr ebenfalls mit dem neuen Handy in der App das Ticket mit dem alten Code hinzufügen, erhaltet dann eine Fehlermeldung und könnt eine Neuausstellung beantragen, bei der das alte Ticket gesperrt und euch ein neuer Code per Mail zugeschickt wird. Die Ausstellung eines neuen Papiertickets müsst ihr hingegen beim AStA beantragen, dabei fällt eine Gebühr von 36€ an, und diese kann auch nur einmalig im Semester erfolgen; beide Regelungen sollen dem Missbrauch vorbeugen und wurden von den Verkehrsunternehmen gefordert.

Das Handyticket aktualisiert sich immer gegen Ende des Monats selbst, wenn die NAH.SH-App mit dem Internet verbunden ist, und bleibt dann für einen Monat offline gültig.

Gaststudierende haben seit dem Sommersemester 2019 die Möglichkeit, das Semesterticket freiwillig zu erwerben. Falls euch dies betrifft, meldet euch bitte im AStA; denn da ihr nicht in der Uni eingeschrieben seid und somit keinen eigenen Zugang zum IDM habt, könnt ihr das Ticket nicht selbst bestellen.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, sich in bestimmten Fällen das Ticket zurückerstatten zu lassen, mehr dazu hier.

 

Wo ist das Ticket gültig?

Mit dem Semesterticket könnt ihr alle Verkehrsmittel des öffentlichen Nahverkehrs in Schleswig-Holstein und Hamburg AB nutzen. Dazu gehören Regionalzüge und S-Bahnen sowie alle Stadt- und Regionalbusse, außerdem die Fähren nach Priwall (gegenüber von Travemünde) sowie die HVV-Fähren in Hamburg. Nicht im Ticket enthalten sind Fernverkehrszüge (EC, IC, ICE), die Kieler Fördenschiffe sowie einige Buslinien auf Sylt, ebenso sind Fahrten von privaten Anbietern wie Flixbus nicht abgedeckt. Euer Semesterticket ist einzig eine Fahrkarte für euch; das heißt, weder können andere mit diesem Ticket fahren, noch dürft ihr eine andere Person oder ein Fahrrad auf dem Ticket mitnehmen.

Das WLAN in den Bussen des Stadtverkehrs Lübeck kann selbstverständlich ebenso genutzt werden wie die Angebote in den Zügen der DB Regio. Alle wichtige Informationen zur Registrierung und Nutzung des WLAN in Lübeck findet ihr hier: WLAN im Bus

 

Für Fahrten ins niedersächsische HVV-Gebiet (z.B. Lüneburg, Tostedt oder Buxtehude) müsst ihr für die restliche Strecke eine Fahrkarte des HVV-Tarif kaufen. Hierzu müsst ihr nur auf der Tarifkarte des HVV nachsehen, bis zu welcher Haltestelle auf eurer Fahrt das Semesterticket gültig ist (zur Orientierung: Alles nördlich der Elbe, z.B. bis Lauenburg, sowie Hamburg AB). Dadurch zahlt ihr für die Weiterfahrt zwar leider auch für den Ring, in dem sich diese letzte Haltestelle befindet; dies ist aber immer noch deutlich günstiger, als das Ticket von Hamburg Hbf: Für die Strecke nach Lüneburg über Lauenburg benötigt ihr z.B. nur noch die Karte ab Lauenburg (3 Ringe) und zahlt somit nur 5,40€, oder von Hamburg nach Tostedt ist es nur noch das Ticket für 4 Ringe für 7,30€. Die Karten könnt ihr online beim HVV oder an jedem Automaten in Hamburg kaufen.

Da euer Semesterticket bis Hamburg geht, könnt ihr für Regionalfahrten in den restlichen Teil Niedersachens und Bremen (bzw. zurück) den Niedersachsentarif nutzen, zu dem neben günstigeren Einzelfahrkarten auch Angebote wie das Niedersachsen-Ticket (mit bis zu fünf Personen) gehören. Diese Tickets sind automatisch der normale Nahverkehrstarif, den ihr im DB Navigator oder am Automaten angezeigt bekommt, und obwohl es sich dabei um einen Tarifverbund handelt, gelten alle Bahncard-Ermäßigungen. Auch hier gilt: Ihr müsst das Ticket nicht ab Hamburg Hbf holen, sondern erst ab der Haltestelle, an dem ihr den Gültigkeitsbereich des Semestertickets verlasst.

Hier einmal die wichtigsten "Randhaltestellen" aufgelistet: Nach Mecklenburg-Vorpommern gilt unser Ticket bis Lübeck St. Jürgen und Büchen; nach Niedersachsen bis Lauenburg, Ashausen, Klecken und Neu Wulmstdorf.

 

Solltet ihr euer Ticket oder Handy mal vergessen haben oder der Akku leer sein, so fahrt ihr offiziell ohne gültiges Ticket und müsst zunächst die Schwarzfahrgebühr von 60€ bezahlen. Diese könnt ihr euch anschließend beim DB-Schalter zurückerstatten lassen, indem ihr die Rechnung und euer Semesterticket dort vorzeigt. Dabei fällt allerdings eine Bearbeitungsgebühr von 7€ an.

Wenn ihr einmal auf einer Fahrt mit eurem Semesterticket am Ziel mit über 60 Minuten Verspätung ankommt und der Grund für die Verspätung auf den Schienenverkehr innerhalb des Gültigkeitsbereichs unseres Tickets zurückzuführen ist (also nicht falls ihr in Lübeck über eine Stunde zu spät ankommt, weil ihr z.B. mit einem verspäteten IC aus dem Süden kamt), so habt ihr pauschal Anrecht auf eine Entschädigung von 1,50€. Notiert euch dazu die gesamte Verbindung, die ihr gefahren seid, mit planmäßiger und tatsächlicher An- und Abfahrzeit. Des Weiteren lasst euch die Fahrt am Besten noch von einem Schaffner o.Ä. belegen und bewahrt die Sachen auf; denn ab einem Erstattungswert von 4€, also ab der dritten Verspätung, könnt ihr diese beim Servicecenter Fahrgastrechte der DB einreichen. Weiter steht euch nach §17 EVO zu, dass ihr auch Fernverkehrszüge für die Strecke nutzen dürft, sofern ihr aufgrund von Ausfall oder Verspätung voraussichtlich mehr als 20 Minuten später als planmäßig am Ziel ankommt und ihr so am Ende früher am Ziel wärt als mit dem nächsten Regionalzug. Beachtet aber, dass auch dies nur gilt, wenn Ausfall oder Verspätung im Gültigkeitsbereich eures Semestertickets entstanden sind.

 

Lohnt sich eine Bahncard (noch)?

Im Schleswig-Holstein-Tarif bekommt man mit einer Bahncard 25 und 50 auf alle Tickets 25% Rabatt. Mit Einführung des Semestertickets Schleswig-Holstein zum WS 19/20 wird dies allerdings für euch irrelevant, da die Strecken nun abgedeckt sind. Wenn ihr allerdings weiterfahren wollt, wird die Bahncard wieder interessant:

Da Fahrten, die über das Tarifgebiet von NAH.SH und HVV hinausgehen, euch normalerweise durch Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern führen und in den dortigen Verbünden ebenso wie bei noch weiteren Strecken und im Fernverkehr (Tarif der DB) die Ermäßigungen der Bahncard voll gelten, erhaltet ihr mit einer Bahncard 25 und 50 somit normalerweise tatsächlich immer 25% bzw. 50% Ermäßigung und müsst keine Besonderheiten wie im Schleswig-Holstein-Tarif beachten.

Bedenkt nur, dass auf längeren Strecken mit dem Nahverkehr in Niedersachen das Niedersachsenticket (für eine Person 24€ / Tag) günstiger als eine nicht-ermäßigte Einzelfahrkarte (z.B. nach Hannover 37,20€) sein kann und darauf keine Ermäßigung gilt. Ebenso bekommt ihr auf Sparpreise im Fernverkehr mit einer Bahncard 50 auch nur 25% Rabatt.

Für alle, die sich nun ausrechnen wollen, ab welcher Anzahl an Fahrten sich eine Bahncard lohnt, haben wir hier eine kleine Rechenhilfe zusammengestellt.

Wir benötigen folgende Variablen:

k = Kosten der Fahrt zum Normalpreis.

e = verbleibender Anteil des Preises nach Ermäßigung durch die jeweilige Bahncard (bei 25 e=0,75, bei 50 e=0,50 und bei 100 e=0,00).

b = Kosten der Bahncard (für Studenten der gilt der ermäßigte Preis der MyBahncard, bitte aktuellen Preis raussuchen).

x = Anzahl an Fahrten, die getätigt werden müssen, damit man die Kosten der Bahncard wieder drin hat. Diese Variable muss berechnet werden.

Wir lösen folgende Gleichung nach x auf: k*x=k*x*e+b und erhalten x=b/(k*(1-e)). Wer das nicht im Kopf ausrechnen mag, kann einen Taschenrechner oder wolframalpha benutzen. Letzteres wird den meisten Studierenden der MINT-Fächer sowieso im Studium begleitend zur Seite stehen. ;)

Hier nun ein Beispiel für die Eingabe in wolframalpha (wichtig: Als Dezimaltrennzeichen muss ein Punkt verwendet werden):

Im Beispiel nehmen wir an, ihr wollt regelmäßig nach Bremen fahren. Dazu benötigt ihr eine Einzelfahrkarte von Klecken (letzte Haltestelle auf der Strecke in Hamburg AB) nach Bremen Hbf, die 20,10€ kostet. Nun wollen wir wissen, ab der wievielten Fahrt ausschließlich auf dieser Strecke sich eine Bahncard 25 oder 50 lohnt (für Reisende bis 26 Jahren kostet die BC25 29,90€ und die BC50 69€ pro Jahr – Preise von Juni 2019). Daraus folgt: 

BC 25: k = 20,10  e = 0,25   b = 29,90
Somit wäre die Eingabe: 29.90/(20.10*(1-0.75)) oder:
solve 20.10*x=20.10*x*0.75+29.90

BC 50: k = 20,10  e = 0,50   b = 69
Somit wäre die Eingabe: 69/(20.10*(1-0.50)) oder:
solve 20.10*x=20.10*x*0.50+69

Das Ergebnis findet sich dann unter "Result:". Meistens handelt es sich nicht um eine ganze Zahl. Wer aufrundet, erhält die Anzahl an Fahrten, ab der es sich lohnt in eine Bahncard investiert zu haben. Im Beispiel ist es ab der 6. Fahrt günstiger, sich vorher eine Bahncard 25 zu kaufen; und die Bahncard 50 lohnt sich bereits ab 7 Fahrten.